Wochenrückblick: Letzte Woche in Dresden

Inzwischen bin ich wieder zurück in Sankt Augustin. Nun habe ich endlich etwas mehr Zeit, die übrigen Bilder aus Dresden aufzubereiten und die Beiträge zu verfassen; dies ist einer davon.

Es ist einer der letzten warmen Tage in meiner letzten Woche in Dresden und da für das Wochenende Regen angekündigt ist, entschieden sich die Arbeitskollegen der Nachbarabteilung am Dienstag nach einem überpünktlichen Feierabendbeginn diesen noch im Citybeach Dresden bei einem kühlen Radler bzw. in meinem Fall Weizen am warmen Sand zu genießen.

Den Dienstagabend verbrachte ich allerdings nicht komplett in draußen an der frischen Luft, da mich am frühen Abend noch die Nachricht meiner Mitbewohnerin erreichte, dass das Internet daheim wieder funktioniert. 😀 Zwar nur die gewohnten 6-8 MBit/s (und auch nur, wenn man direkt neben dem Router sitzt), aber nach einem Monat Handy-Tethering-Rationieren, Internet-bei-der-Bekanntschaft-schnorren und späten Feierabenden 😉 freue ich mich wieder daheim ins Internet zu können – ohne weiter mein Datenvolumen fürs Handy in mehrmaligen Nachbuchungen in Höhe von je 8 Euro (für 1 GB) vergolden zu lassen.

Donnerstagfrüh erblickte ich zum ersten Mal die VW-Straßenbahn an der Straßenbahnhaltestelle nahe meiner Unterkunft: Die VW-Straßenbahn („CarGoTram“) ist eine Güterzugstraßenbahn, die die Gläserne Manufaktur (eine Autofabrik von VW in einem großen Glaskasten) mit Bauteilen für den e-Golf beliefert.

Donnerstagabend, nach meinem letzten Arbeitstag als Praktikant bei der MMS in Dresden, verzogen wir uns danke des schlechten Wetters auf die Couch mit Bier, Pizza und „Ich – Einfach unverbesserlich 2“.

Am Freitag genieße ich tagsüber meinen freien Tag daheim (mit Internet! 😀 ) und bereite anschließend das Zimmer für meinen Kumpel Max vor, der am Abend mit dem Auto aus Köln ankommen wird. Max und ich lassen den Abend anschließend bei einem Pilsener Rindergulasch in der rustikalen Wenzel Prager Bierstube in der Dresdner Neustadt ausklingen.

Da ich mir in Dresden kein Fahrrad ausgeliehen hatte, bot Max‘ Auto ein willkommenes Mittel zur Erweiterung meines Bewegungsradius‘. Deshalb hatten wir geplant, einen der beiden Wochenendtage für einen Ausflug die angrenzende Tschechische Republik nach Prag zu nutzen. Als Orientierung nutzten wir die Wettervorhersage, die für Samstag deutlich weniger Regen versprach.

Samstagmittag fuhren wir los und erreichten die Prager Innenstadt nach ca. 2,5h. Schon gleich nach dem kontrolllosen Grenzübergang fiel uns die sehr grüne und auch stark hügelige Landschaft auf; zwischendurch mit kleinen Städten und den klassischen Plattenbauten. Tatsächlich konnte man noch das ein oder andere Gebäude unweit der Autobahn mit der Aufschrift „Kombinat“ erkennen; Kombinate waren der „Zusammenschluss von produktionsmäßig eng zusammenarbeitenden Industriebetrieben zu einem Großbetrieb in sozialistischen Staaten“ (Wikipedia).

In Prag angekommen ließen wir uns nahe des Prager Hauptbahnhofs in einem Parkhaus nieder und machten uns von dort aus zu Fuß in die Innenstadt auf. Noch bevor wir uns weitere Gedanken um die nächsten Aktivitäten machten, wechselten wir erstmal in einer der vielen Wechselstuben 50 Euro in 1250 Tschechische Kronen um; dank EU-Roaming konnte ich gleich vor Ort den tagesaktuellen Wechselkurs am Smartphone einsehen, damit wir nicht allzusehr übers Ohr gehauen werden. Inzwischen war das späte Frühstück zeitlich schon etwas weiter weg, sodass wir uns zunächst um ein spätes Mittagessen kümmern wollten. Die Auswahl an den üblichen Lokalen war groß und wir uns konnten nicht entscheiden, ob wir klassisch-tschechisches Essen oder lieber einen schnellen Imbiss an einem der vielen Currywurst-Stände einnehmen wollten. Daher haben wir uns dann schließlich in einem italienisch-amerikanisch angehauchten Restaurant für Pasta & Pizza entschieden.

Von der warmen Mahlzeit gestärkt gingen wir anschließend durch die Innenstadt, lediglich gelotst von den GoogleMaps-Suchergebnissen, die beim Eintippen des Suchbegriffs „Sehenswürdigkeiten“ in der Prager Innenstadt auftauchen. Darunter war auch der drehende Franz-Kafka-Kopf, an dem wir – auch wenn er eigentlich nicht wirklich etwas besonderes war – ein paar Minuten verweilten.

Anschließend schlenderten wir zwischen anderen Touristen quer durch den großen Platz vom Altstädter Ring, vorbei an der Prager Rathausuhr mit ihren kleinen Figürchen, ließen die Teynkirche rechts liegen und bewegten uns auf das Moldauufer bei der Manes-Brücke zu.

Danach ging es am Moldauufer weiter flussabwärts bis zur Karlsbrücke, bekannt durch ihre großen Figuren an den Brüstungen und ihre Nutzung als Kulisse im Film „Mission: Impossible“. Der Sonnenuntergung war bereits stärker fortgeschritten, sodass das Sonnenlicht die städtische Silhoutte besonders wunderschön erleuchtete.

Gestärkt durch ein Eis ging es dann noch nahe des Franz-Kafka-Kopfs in ein Einkaufszentrum, um sich für das Frühstück am nächsten Tag einzudecken. Anschließend fuhren wir in der Abenddämmerung  wieder zurück nach Dresden.

Durch die Unabhängigkeit von den öffentlichen Verkehrsmitteln hatten wir nach einem sehr entspannten Sonntagmorgen uns überlegt in die Sächsische Schweiz zur Basteibrücke zu fahren. Allerdings waren Max und ich nach dem gestrigen Ausflug doch stärker geschafft als gedacht, sodass ich zwar noch mein drahtloses Armband beim Fitnessstudio „CleverFit“ zurückgebracht habe, wir uns aber ansonsten nochmal ausruhten. Abends stand noch der Kinofilm „Atomic Blonde“ auf unserer Liste, der im Kino „Ufa-Kristallpalast“ gezeigt wurde. Der Ufa-Kristallpalast wirkte trotz der vielen Besucher recht ausgestorben; architektonisch ist er ein großer Beton-Glasklotz mit Kinosäälen über- und auch unter der Oberfläche – dadurch wirkte unser Kinosaal wie ein Bunker (zumindestens der Weg dort hin). Das etwa sieben Jahre ältere Cinedom-Kino in Köln kann dagegen weiterhin als Referenz betrachtet werden.

Am nächsten Morgen stand die Rückfahrt nach Köln an: vormittags war vor allem ich noch mit dem Packen meiner Habseligkeiten beschäftigt, sodass wir uns erst nach dem Mittagessen in der nahegelegenen Fleischerei (hmmm… Leberkäs-Weckchen! 😀 ) um 13:30 auf die Rückfahrt nach Köln machten.

Angekommen in Köln (gegen 20 Uhr), musste Max mir bei meinem eigenen Auto erst noch Starthilfe geben, da mein VW Golf während meiner Abwesendheit leider nicht so oft bewegt worden ist wie erwartet und die Batterie nur noch für ein Zittern der Anzeigen im Armaturenbrett reichte. Auch wenn der Tank für die Rückfahrt von Köln nach Sankt Augustin gerade noch so gereicht hätte, schlug Max vor, den Wagen sicherheitshalber noch etwas aufzutanken und dann an der Tankstelle auch gleich noch den Luftdruck an den Reifen zu prüfen. Nachdem das Auto nun also wieder in einen fahrtüchtigen Zustand verwandelt worden war, meldete sich bei mir der Hunger und bevor ich nun meinen Heimweg antrat, bot mir Max an, bei ihm noch zu Abend zu essen. Danach konnte ich mich endlich auf die Heimreise nach Sankt Augustin machen und fiel nach einem Waschvorgang der wohnheimeigenen Waschmaschinen gegen 02:30 dann auch endlich ins Bett.

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