Urlaub in Greetsiel

Die Situation im Sommer 2020
Ich wohne nahe einer seit anderthalb Jahren andauernden Großbaustelle und werde seit dem mehrmals die Woche ab 7 Uhr von dem alle Wände durchdringenden, urbanen Klang der Steinsäge geweckt. Und die Baustelle wird sich wahrscheinlich noch bis Ende 2020 ziehen.

(Update im September 2021: vis-a-vis ist es schon bewohnt, die Baustelle existiert aber weiterhin.)

Ich will also Ruhe und Entspannung.
Einen Blickwechsel mit einer anderen Landschaft vor meiner Nase.

Über eine Kölner Fotografie-Kollegin bin ich auf Greetsiel gestoßen. Ursprünglich wollte ich nach Cuxhaven, wo ich schon zwischen (kurzem) Maschinenbaustudium und FiSi-Ausbildung eine Woche verbracht hatte, aber ein bisschen was Neues ist natürlich auch nicht schlecht. 😉

Bei meiner Recherche nach Ausflugstipps bin ich auf den Blog „Travelinspired“ gestoßen, die einen Blog-Beitrag zu einem mehrtägigen Ausflug nach Greetsiel verfasst haben. Dieser Beitrag hat mir sehr geholfen, meinen Aufenthalt in Greetsiel zu planen.

Ab nach Greetsiel
Kurz nach meinem Geburtstag (mit einem Tag dazwischen) bin ich im August 2020 dann mit dem Auto nach Greetsiel gefahren.

Das Hotel war etwas abseits vom Ortskern, aber immer noch gut zu Fuß erreichbar und – mit Terrasse am Wasser!

Vor Ort wollte ich das Auto möglichst wenig nutzen und lieber Fahrrad fahren; dazu hatte ich mich die Woche zuvor eines reserviert und machte mich am ersten Tag gleich mit dem Ort, dem Hafen und der Umgebung vertraut.

Der Hafen glich einem übergroßen Miniaturwunderland – überall Krabbenkutter mit vielen kleinen Details, die die malerische Szenarie ausschmückten.

Mit dem Schöpfwerk Greetsiel wird das Binnenland bei Bedarf entwässert, sodass dort weiterhin Landwirtschaft betrieben werden kann.

Neben dem malerischen Hafen ist Greetsiel auch für seine zwei Windmühlen („Zwillingsmühlen“) bekannt.

Abends gings auf einen Hafenrundgang.
Zu den Windmühlen bin ich auch noch weiter gegangen, denn tagsüber hatte ich dort gefragt, bis wann die Windmühlen abends von den Lampen noch angestrahlt würden (22 – 0 Uhr).

Das Ausflugsschiff war mir schon bei der Radtour am Vortag durch die nimmermüden Schenkelklopfer des Kapitäns aus der Lautsprecheranlage aufgefallen, aber.. warum nicht? 🙂 – Einfach mal entspannen, Touri sein und die Angebote der Locals wahrnehmen.

Von der erhöhten Position auf dem Ausflugsschiff kann man die pittoresken Krabbenkutter nochmals besser einfangen! 😉

Auf gehts durchs Leyhörner Sieltief in Richtung Meeresschleuse.

Einmal kurz Meeresluft außerhalb von Deutschland schnuppern und auf die niederländische Küste in der Ferne blicken.

Aber dann gehts auch schon wieder zurück ins Landesinnere.

Und da ist auch wieder der Krabbenkutter, der uns auf der Hinfahrt begegnet ist! 🥳
Im Hintergrund sieht man Wanderer in Richtung Schleuse laufen.

Nach den mehreren Stunden in der Sonne auf dem Ausflugsschiff, gabs zur Stärkung gabs erstmal einen leckeren Burger und Bier.

Gesätttigt und im Hotel ausgeruht, ging es anschließend bei beginnender abendlicher Dämmerung in Richtung Badesee.

In unregelmäßigen Abständen flogen während des Abendspaziergangs immer wieder Gänse lautstark über mich hinweg.

Der Badesee war die ideale Location für den Sonnenuntergang – die Wasseroberfläche sah wie vom Computer gerendert aus!

Ursprünglich wollte ich Sonntag meinen Tagesausflug nach Norderney machen, aber dann wurde es alles zeitlich zu knapp, sodass ich stattdessen nach Norden gefahren bin und die Seehundstation Norddeich besucht habe.

Sonntagabend habe ich dann alles in Ruhe für den Ausflug nach Norderney gebucht (Parkplatz in Norden/Norddeich, Fährticket und E-Bike auf der Insel), sodass ich mich am nächsten Tag nach dem Frühstück in aller Ruhe auf den Weg machen konnte.

Auf Norderney angekommen, bin ich mit dem Bus in den Ort gefahren und habe das E-Bike abgeholt; anschließend folgte ein entspanntes Mittagessen.

Eigentlich wollte ich ein einfaches Fahrrad auf Norderney ausleihen, aber es standen nur E-Bikes zur Auswahl – ausprobiert und direkt auf den Geschmack gekommen! 😀
Denn man kann ganz normal fahren und strampelt sich dank der Motor-Unterstützung auch bei kräftigem Gegenwind keinen ab!

Als ersten Halt ging es auf eine höhergelegene Aussichtsplattform („Historischer Stockanker Georgshöhe“), auf der an die auf See gebliebenen Norderneyer Seefahrer gedacht wird.
So ein paar Meter über dem Grund kann man sich einfach mal den starken Wind von allen Seiten um das Gesicht wehen lassen und alle Anstrengungen, Anspannungen des vergangenen Jahres mit ein paar Tränen wegwehen lassen – sehr befreiend!

Anschließend ging es mit dem E-Bike hinter der Düne entlang. Ursprünglich in Richtung Leuchtturm, aber auf halber Strecke dachte ich mir: lieber jetzt noch ein bisschen am Strand spazieren und den Sand fühlen, bevor das Sightseeing zu viel Zeit verbraucht.

Also stellte ich das Fahrrad bei einem der Dünen-Aufgänge ab und ging zum Strand. Endlich mal wieder richtigen Sand und angenehm kühles Meereswasser mit den Füßen spüren!

Anschließend ging es weiter mit dem Fahrrad in Richtung Leuchtturm. Leider war auch die Zeit weiter fortgeschritten, sodass ich mir Gedanken über meine weiteren Wegziele machen musste, bevor es wieder in Fähre gehen würde.

Als mich die Wege hinter der Düne zu einer weiteren Aussichtsplattform („Weiße Düne“) geführt hatten, verwarf ich die Idee, noch weiter zum Leuchtturm zu fahren – gerade auch weil dieser heute geschlossen hatte.

Zum Schluss setzte ich mich noch bei der Milchbar an die Promenade und lies den Tagesausflug bei einer kühlen Limo ausklingen, dazu lief bei der Milchbar noch Musik von meinem Lieblings-Elektro-Duo Blank & Jones – perfekt nach dem anstrengenden Tag!

Nach Rückgabe vom E-Bike ging es dann zu Fuß zum Hafen zurück, um noch mit etwas Vorlauf die vorletzte Fähre zu erwischen.

Nachdem ich auf Norderney nur mit dem Füßen im Wasser war, wollte ich an meinem letzten Tag auch etwas richtig schwimmen gehen und am Strand liegen – ab zum Badesee Greetsiel!

Zur innerlichen Abkühlung gabs nachmittags noch einen leckeren Eiskaffee und nach einem kurzen Zwischenstop im Hotel bin ich abends nochmal mit der Kamera durch den Hafen geschlendert.

Eines der Wahrzeichen von Greetsiel (neben der Fischgerippe-Skulptur an der Hafeneinfahrt) ist die übergroße Nordseekrabbe „Greetje“.

Am Anfang meines Aufenthaltes war an dieser Stelle noch eine abgesperrte Baustelle. Nun wurde doch noch an meinem letzten Tag diese Statue dort hingestellt. 😀